
Der europäische Immobilienmarkt durchläuft derzeit einen massiven Wandel. Lange Zeit dominierten traditionelle Investitionen wie Einkaufszentren und Bürogebäude die Branche. Demografische Verschiebungen, moderne Lebensstile und wirtschaftliche Veränderungen haben jedoch alternative Sektoren in den Fokus gerückt.
Die Savills OpRE Investor Sentiment Survey 2026 zeigt einen starken Anstieg des Interesses an Nischensektoren, die sich darauf konzentrieren, wie Menschen leben, arbeiten und altern. Diese Benchmark-Studie sammelte Erkenntnisse von 56 großen institutionellen Investoren, die zusammen ein Vermögen von 540 Milliarden Euro verwalten. Die Ergebnisse zeigen, dass Kapital rasch in alltägliche Lebensräume fließt: Wohnimmobilien, Gemeinschaftswohnformen und Gesundheitsinfrastruktur.
Insbesondere ist ein unbestreitbarer Trend zu beobachten, bei dem Investoren ihre Aufmerksamkeit auf Einfamilienhäuser, Wohn-Gemeinschaften, Seniorenwohnformen und spezialisierte Pflegeheime auf dem gesamten Kontinent richten. Dieser Wandel läutet eine neue Ära für den europäischen OpRE-Markt ein, in der stabile, ertragsorientierte Renditen Vorrang vor traditionellen Investitionen in Gewerbeimmobilien haben.
Was ist Operational Real Estate (OpRE)?
Bevor wir uns eingehend mit den Daten befassen, ist es hilfreich zu verstehen, was diese Immobilien einzigartig macht. Wenn Sie sich jemals gefragt haben, was Operational Real Estate (OpRE) ist, liegt die Antwort in seinem geschäftsorientierten Charakter. Im Gegensatz zu herkömmlichen gewerblichen Mietverträgen, bei denen ein Mieter lediglich Miete zahlt und ansonsten in Ruhe gelassen wird, verbindet Operational Real Estate Immobilienbesitz mit spezialisierten täglichen Verwaltungsdienstleistungen.
Bei diesen Objekten sind die Renditen für den Vermieter eng mit der Qualität der im Gebäude erbrachten Dienstleistungen verbunden. Beispiele hierfür sind Studentenwohnheime, Wohngemeinschaften oder Seniorenresidenzen. Laut der Savills-Investorenumfrage 2026 entwickelt sich dieser dienstleistungsorientierte Markt zur bevorzugten Strategie für globale Fonds, die sich stabile Einnahmequellen sichern wollen.
Der große Wandel bei Investitionen im europäischen Wohnsektor

Der breitere Wohnimmobilienmarkt, der oft unter dem Begriff „Investitionen im europäischen Wohnsektor“ zusammengefasst wird, verzeichnet seit Jahren ein stetiges Wachstum. Laut Savills machen Investitionen in diesen Wohnsektoren seit 2022 einen wachsenden Anteil der gesamten Immobilientransaktionen aus und sind von 30 % auf beeindruckende 38 % gestiegen. Mit Blick auf die Zukunft planen fast zwei Fünftel der Befragten, ihre Mittelzuweisungen in den nächsten drei Jahren noch weiter zu erhöhen.
Zwar sind zweckgebaute Studentenwohnheime (PBSA) und traditionelle Mehrfamilienhäuser nach wie vor sehr beliebt, doch sie sind nicht mehr die einzigen Optionen auf dem Markt. Investoren erweitern aktiv ihren Horizont auf alternative Wohnsektoren in Europa, um ihr Risikoprofil zu diversifizieren. Savills berichtet, dass institutionelle Fonds planen, in den nächsten drei Jahren rund 45 Milliarden Euro in diese operativen Segmente zu investieren, wobei 2027 als Spitzenjahr für die Investitionen erwartet wird.
Schauen wir uns die spezifischen Sektoren an, die von dieser Welle neuen Kapitals profitieren.
1. Einfamilienhäuser rücken in den Mittelpunkt
Eines der auffälligsten Ergebnisse der Studie ist das steigende Interesse an Einfamilien-Mietobjekten. Rund 52 % der befragten Investoren nannten dieses Segment als oberste Priorität für ihr Kapital. Dies stellt einen deutlichen Sprung gegenüber dem Durchschnitt von 44 % aus früheren Erhebungszyklen dar.
In der Vergangenheit konzentrierte sich institutionelles Kapital in Europa vor allem auf Hochhauswohnungen in dicht besiedelten städtischen Gebieten. Doch veränderte Familiendynamiken, Fern-Arbeit und hohe Immobilienpreise in den Städten zwingen junge Paare und wachsende Familien dazu, ihren Blick auf Vororte zu richten. Für viele Familien ist das Mieten eines hochwertig verwalteten Hauses eine viel flexiblere Option als der Kauf eines Hauses mit einer hochverzinslichen Hypothek.

Aufgrund dieser Nachfrage erlebt die Investition in Einfamilienhäuser in Europa einen regelrechten Boom. Große Fonds kaufen ganze Vorstadtviertel direkt von Bauträgern auf, um sie unter professionellen Verwaltungsmarken zu betreiben. Betrachtet man die Zukunft der Investitionen in Einfamilienhäuser in Europa, so ist klar, dass sich dieses Modell weiter ausbreiten wird, da Familien nach langfristiger Mietsicherheit suchen, ohne auf den Komfort eines privaten Gartens verzichten zu wollen.
2. Der explosive Anstieg von Co-Living-Räumen
Ein weiterer Sektor, der eine massive Kapitalwelle erlebt, sind Wohngemeinschaften. Aktuelle Daten zeigen, dass 50 % der institutionellen Investoren auf diese Anlageklasse setzen, gegenüber einem früheren Durchschnitt von 42 %.
Wohngemeinschaften schließt die Lücke zwischen Studentenwohnheimen und traditionellen Einzelwohnungen. Es bietet voll möblierte, private Schlafzimmer sowie großzügige, hochwertige Gemeinschaftsbereiche wie Gemeinschaftsküchen, Arbeitsbereiche, Fitnessstudios und Aufenthaltsräume. Junge Berufstätige und vorübergehende Bewohner lieben dieses Konzept, da es der grassierenden Einsamkeit entgegenwirkt und die Budgetplanung vereinfacht, indem Nebenkosten, Internet und Reinigungsgebühren in einer einzigen monatlichen Zahlung zusammengefasst werden an.
Für Investoren erscheint eine Investition in Wohngemeinschaften in Europa aufgrund der effizienten Raumnutzung und der hohen Mietrenditen pro Quadratmeter äußerst attraktiv. Immobilienverwalter können durch die Optimierung der Gemeinschaftsräume höhere Auslastungsraten und bessere Margen erzielen.
Dieses Modell ist besonders attraktiv in städtischen Zentren und Küstenregionen, die Mitarbeiter von Unternehmen anziehen, die im Homeoffice arbeiten. Digitale Nomaden suchen nach gemeinschaftsorientierten Räumen mit nahtloser Internetverbindung, flexiblen Mietverträgen und integrierten Arbeitsbereichen. Dieser Trend macht Gemeinschaftsunterkünfte zu hochprofitablen Geschäften, was erklärt, warum Investoren heute so aggressiv in Wohngemeinschaften in Europa investieren. Es bietet eine moderne Lösung für den städtischen Wohnungsmangel und verschafft Vermietern gleichzeitig stabile Mieteinnahmen an.
3. Seniorenwohnungen und die Silver Economy

Da die Bevölkerung auf dem gesamten Kontinent altert, verschieben sich die Wohnbedürfnisse radikal. Die Savills-Umfrage zeigt, dass das Interesse an Seniorenwohnimmobilien in Europa auf 42 % gestiegen ist, verglichen mit dem bisherigen Durchschnittswert von 37 %.
Moderne Rentner möchten nicht direkt in Pflegeeinrichtungen ziehen, wenn sie ihr Familienheim verlassen. Stattdessen suchen sie nach Seniorenwohnanlagen für einen aktiven Lebensstil, die ein Gleichgewicht zwischen Unabhängigkeit, sozialen Aktivitäten und dezenter Betreuung vor Ort bieten. Diese Marktlücke schafft eine enorme Nachfrage nach speziellen Seniorenwohnungen und eigenständigen Seniorenwohnanlagen.
Viele globale Fonds fragen sich: Ist Seniorenwohnraum in Europa eine gute Investition? Die demografischen Daten geben eine klare Antwort. Die Babyboomer-Generation erreicht das Rentenalter mit beträchtlichem Vermögen und ist bereit, für erstklassige Altersvorsorgeoptionen zu zahlen. Dies macht Seniorenwohnungen zu einem der besten alternativen Immobiliensektoren in Europa für langfristigen Kapitalerhalt.
Für Expats, die ihre Zukunft planen, kann ein Blick auf Angebote wie die Immobilienanzeigen von Spain Homes Türen zu wunderschönen Küstenimmobilien öffnen, die ein unabhängiges Leben mit den Vorteilen einer Gemeinschaft in Einklang bringen. Dies ist ein Haupttreiber für das Wachstum des Seniorenimmobiliensektors im sonnigen Südeuropa.
4. Pflegeheime und Gesundheitsinfrastruktur

Jenseits des selbstständigen Seniorenwohnens liegt der kritische medizinische Sektor: stationäre Pflegeeinrichtungen und spezialisierte Pflegezentren. Die Savills-Umfrage zeigt einen unglaublichen Sprung im Investoreninteresse in diesem Bereich, der von einem historischen Durchschnitt von 25 % auf 42 % im Jahr 2026 in die Höhe schießt.
Dieser dramatische Anstieg zeigt, dass Gesundheitseinrichtungen nicht mehr als spezialisierte Nischenprojekte angesehen werden. Stattdessen sind sie nun ein Kernbestandteil defensiver Immobilienportfolios.
Es gibt einfache wirtschaftliche Gründe, warum Pflegeheime institutionelle Investoren anziehen. Im Gegensatz zu Einzelhandelsgeschäften oder Bürogebäuden sinkt die Nachfrage nach Pflegeplätzen während einer wirtschaftlichen Rezession nicht. Sie ist völlig unabhängig von Trends im Einzelhandel oder der Verlagerung von Arbeit ins Homeoffice.
Folglich bieten Investitionen in Pflegeheime in Europa langfristige Mietstrukturen, die oft von lokalen Behörden unterstützt oder subventioniert werden. Dies sorgt für einen äußerst verlässlichen, inflationsgebundenen Cashflow, den institutionelle Fonds benötigen, um langfristige Pensionsverpflichtungen zu bedienen.
Südeuropa im Rampenlicht
Was die Frage betrifft, wohin dieses Geld fließt, ist die geografische Verteilung klar. Das Vereinigte Königreich und Irland bleiben die Hauptziele, dicht gefolgt von der DACH-Region (Deutschland, Österreich und Schweiz). Südeuropa, insbesondere Spanien, Italien und Portugal, klettert jedoch bei großen internationalen Fonds rasch die Prioritätenleiter hinauf.
Südeuropa bietet eine ideale Mischung aus niedrigeren Grundstückskosten, hervorragendem Wetter und einem riesigen Markt für Incoming-Tourismus und Altersruhesitz. Insbesondere Spanien hat sich zu einem Top-Standort sowohl für Wohngemeinschafts-Projekte als auch für Seniorenwohnanlagen entwickelt.

Das hervorragende Gesundheitssystem des Landes, das warme Klima und die erschwinglichen Lebenshaltungskosten machen es für nordeuropäische Rentner äußerst attraktiv. Viele Nordeuropäer entscheiden sich dafür, ihre Familienhäuser in kälteren Gegenden zu verkaufen, um in den Süden zu ziehen. Wenn Sie neugierig sind, diesen Schritt zu wagen, bietet Ihnen die Lektüre darüber, wie das Leben in Spanien als Expat wirklich ist, großartige Einblicke aus erster Hand in den Alltag, die Kultur und die Integration in die Gemeinschaft, die Sie erwarten können.
Diese stetige Zuwanderung wohlhabender Rentner treibt die massive Nachfrage nach Seniorenwohnungen in Küstenregionen wie der Costa del Sol und der Costa Blanca an. Für alle, die ihre langfristigen Pläne prüfen, wird die Auseinandersetzung mit allen Details rund um den Ruhestand in Spanien zeigen, warum dieses Land nach wie vor eine erste Wahl für Senioren ist, die eine hohe Lebensqualität suchen. Diese organische Nachfrage stellt sicher, dass institutionelle Investitionen in spanische Seniorenwohnungen auch in den kommenden Jahrzehnten sicher und rentabel bleiben.
Das Comeback der Fonds
Die Stimmung unter den europäischen Immobilieninvestoren offenbart zudem eine interessante Veränderung in der Art und Weise, wie diese großen Institutionen ihr Geld anlegen. Über die Hälfte der Befragten (58 %) bevorzugt nach wie vor direkte Investitionen auf dem privaten Markt oder Joint Ventures, da sie so die vollständige Kontrolle über ihre Immobilien behalten können.
Im Jahr 2026 ist jedoch ein deutlicher Anstieg des Interesses der Investoren an indirekten Immobilienfonds zu verzeichnen. Etwa 23 % der Befragten nannten institutionelle Fonds als ihren bevorzugten Weg in den Markt, was einen massiven Anstieg gegenüber nur 8 % im Jahr 2025 darstellt.

Diese Veränderung ist aus betrieblicher Sicht durchaus sinnvoll. Die Verwaltung eines Portfolios aus verstreuten Einfamilienmietobjekten, Co-Living-Gebäuden oder Pflegeheimen erfordert einen hohen täglichen Verwaltungsaufwand, spezialisiertes Personal und Kenntnisse der lokalen Rechtslage. Durch den Einsatz spezialisierter Immobilienfonds können institutionelle Investoren problemlos in wachstumsstarken Sektoren investieren, ohne eigene Verwaltungsplattformen von Grund auf aufbauen zu müssen.
Auf dem Weg in eine dienstleistungsorientierte Zukunft
Die Ergebnisse der Savills-Studie lassen keinen Zweifel: Die Ära, in der lediglich Miete aus leeren Betonhüllen eingezogen wurde, weicht einem dynamischen, dienstleistungsorientierten Immobilienmarkt. Die operativen Immobilientrends für 2026 zeigen, dass sich die Branche anpasst, um den tatsächlichen Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden.
Ob es darum geht, Mietwohnanlagen in Vororten für junge Familien zu bauen, lebendige Wohngemeinschafts-Räume für urbane Berufstätige zu schaffen oder spezialisierte Pflegeeinrichtungen für ältere Menschen zu errichten – der menschliche Faktor treibt den Markt heute an. Für Investoren, Bauträger und normale Käufer gleichermaßen ist die Beobachtung dieser Verschiebungen bei den Immobilieninvestitionstrends in Europa 2026 der Schlüssel zur Erschließung stabiler langfristiger Werte in einer sich rasch wandelnden Welt.




